Uranmunition

Uranmunition und ihre grauenhaften Folgen

Im Jahr 2003 marschierten die Vereinigten Staaten von Amerika – vordergründig auf der Jagd nach Massenvernichtungswaffen – völkerrechtswidrig in den Irak ein. Das stolze Ergebnis: Rund 1,3 Millionen Tote. Doch anstatt besagte Waffen aufzuspüren – die der Irak bekanntlich nie besessen hatte – setzte das Militär klammheimlich selbst »Weapons of Mass Destruction« im großen Stil ein: Panzerbrechende Uranmunition, auch »Depleted Uranium« genannt. In Syrien kommen diese Waffen heute ebenfalls zum Einsatz und das, obwohl die westliche NATO-Koalition trotz fehlender Beweise der Assad-Regierung immer und immer wieder den Einsatz von Giftgas und chemischen Waffen vorwirft. Doppelmoral at it´s best…

Der Mittlere Osten wird also auf der Suche nach Öl und unter dem medienwirksamen Vorwand der Terrorismusbekämpfung nicht nur in die Steinzeit zurückgebombt, nein zu allem Überfluss auch noch für die nächsten zehntausend Jahre hochradioaktiv verstrahlt. Als Massenvernichtungswaffe bringen Urangeschosse in den betroffenen Ländern (Bosnien, Kosovo, Somalia, Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan), lange über den Krieg hinaus Krankheit und Tod. Seit bald drei Jahrzehnten werden in Kriegen Uranbomben eingesetzt, die ganze Regionen völlig unbewohnbar machen und die Zivilbevölkerung still und heimlich vergiften. Seit dem Irak-Krieg 1991 kommen sie bei der NATO ständig zum Einsatz – mit tödlichen Folgen für die Zivilbevölkerung und die eingesetzten Soldaten. Prinzipiell ist Depleted Uranium eine »Ausrottungswaffe«, ihre Verwendung ein perfides Kriegsverbrechen und nach Haager und Genfer Konvention seit Jahrzehnten verboten. Hey was soll´s, wir sind schließlich die »Guten«!

Schauen wir uns den fatalen Kampfstoff mal genauer an: »Depleted Uranium«, also abgereichertes Uran ist im Grunde ein Abfallprodukt der Atomindustrie. Da die Endlagerung oder die Entsorgung ein immens teures Unterfangen ist, wurde schon sehr früh nach einer potentiellen Zweitverwertung geforscht. Als mögliches Einsatzgebiet wurde man in der Kriegsführung fündig, denn Uran hat verarbeitet als Munition einen enormen militärischen Vorteil: Aufgrund der extremen Dichte schneidet sich ein Urangeschoss mit der fast dreifachen Wucht einer herkömmlichen Granate wie Butter durch eine Panzerhülle und erzeugt dabei eine bis zu 5.000 Grad heiße Flammenwalze. Der glühende Uranstaub reagiert explosionsartig mit dem Sauerstoff im Inneren und in nur einem Sekundenbruchteil werden alle Insassen verglüht. Den Rest des Gefährts erledigt die mitgeführte Munition im Panzer, die durch die extreme Hitze zur Explosion gebracht wird.

Soweit, so… schlecht. Der eigentliche Horror entfaltet sich allerdings erst lange nach der besagten Kampfhandlung. Der freigesetzte Uranstaub, hochgiftige Uran- und Plutoniumteilchen, übertragen sich durch den Wind, kontaminieren Wasserquellen und verseuchen die Umwelt sowie die Menschen. Mit abscheulichen Folgen. Beispielsweise ist seit dem ersten Golfkrieg die Anzahl bösartiger Krebserkrankungen im Irak fast um das 8-fache gestiegen. Wer sich ein Bild der grauenhaften Auswirkungen machen will, der gibt bei Google einfach den Begriff »Uranmunition« ein. Garantiert werden sich viele schaurige Bilder ins Gedächtnis einbrennen. Bilder von genetisch geschädigten und schwer deformierten Kindern, Kinder ohne Augen, ohne Arme, ohne Nasen, sogar ohne Köpfe. Zusammengewachsene Fußzehen, gespaltene Ohren, abfallende Finger- und Fußnägel. Unfassbar schreckliche Krankheitsbilder, die es vor den Golfkriegen in der Gegend nicht in dieser extremen Häufigkeit gab. Die Kindersterblichkeitsrate in Bagdad ist heute unglaublich hoch und während man früher dort in Krankenhäusern nach der Geburt noch zu fragen pflegte, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handele, ist heute nur noch eines wichtig: »Gesund oder missgebildet?«

Doch nicht nur die Zivilbevölkerung der betroffenen Regionen leidet. Auch die eigenen Soldaten, die mit der radioaktiven Munition hantierten oder als Aufräumkommandos verstrahlte Schlachtfelder säubern mussten, leiden am sogenannten und zu großen Teilen auf Uranmunition zurückzuführendem »Golfkriegssyndrom«. Weit über 150.000 Soldaten sind erkrankt. Das Krebsrisiko ist immens und die Wahrscheinlichkeit, missgebildete Kinder auf die Welt zu bringen ist dreimal häufiger als normal. Selbst scheinbar gesunde Kinder weisen geschädigte Chromosomen auf und geben diese wie bei einer Epidemie an die nächste Generation weiter. Wer also denkt, man könne die Sache einfach unter den Teppich kehren oder verschweigen, der irrt gewaltig. Trotzdem lehnen Amerikaner und Briten bis heute jegliche Verantwortung ab. Die Gefährlichkeit von Uranmunition wird vonseiten der Amerikaner verharmlost, der Einsatz teils geleugnet oder meist einfach nur vertuscht. Im Kosovo-Krieg 1999 wurden schätzungsweise 30.000 Tonnen Uranmunition von der NATO verschossen. Unser damaliger Verteidigungsminister Rudolph Scharping erklärte 2001: »Nach aller wissenschaftlichen Erkenntnis und nach aller medizinischen Erfahrung, ist insbesondere bei eingesetzten Soldaten, das Strahlenrisiko vernachlässigbar.« Die NATO ist noch heute der Meinung, dass eine Sanierung verseuchter Gebiete nicht nötig sei. Da kann man sich nur an den Kopf fassen…

Darüber hinaus sollten Forscher und Politiker, die die Auswirkung von Uranmunition verharmlosen, besser noch einmal die Schulbank drücken um die Grundlagen der Physik und Nuklearstrahlung zu studieren. Es ist eine Schande, wie die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ihre Golfkriegsveteranen in Vergessenheit sterben lässt, während die Zivilbevölkerung der betroffenen Länder noch lange nach den Kriegen elendig krepieren. Wissenschaftler sowie Journalisten, die sich diesem brisanten Thema annehmen, verlieren entweder ihren Job, werden diffamiert, bedroht oder verschwinden ganz und gar. Mein Appell an unsere Politik: der Einsatz von Uranmunition muss aufs schärfste kritisiert, bestraft und geächtet werden!

Quellen sowie lesens- und sehenswerte Beiträge:
»Der verheerende Einsatz von Depleted Uranium durch USA und Nato – Die verheimlichten Kriegsverbrechen«

3 Kommentare

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