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Ramstein – Deutschlands Beihilfe zum Drohnenmord

Ramstein – Deutschlands Beihilfe zum Drohnenmord

»Die mörderischste Terror-Kampagne der Gegenwart.« Hier ist nicht die Rede von mutmaßlich islamistischen Terroranschlägen in Nizza, Paris, Barcelona, Istanbul oder Berlin. Nein, was hier Noam Chomsky so treffend bezeichnet, ist der westliche Terror, den die USA und NATO-Staaten mit ihrem unsagbar grausamen Drohnenkrieg über den Mittleren Osten bringen. Allein in Afghanistan vermutet man seit 2002 mindestens 6000 rein zivile Opfer. Kann man hier allen Ernstes noch von »surgical strikes« – Angriffen mit chirurgischer Präzision – sprechen? Nein.

Besonders beschämend für uns Deutsche ist, dass wir eine signifikante Schlüsselrolle bei diesem Verbrechen spielen: Wir leisten Beihilfe zum Massenmord! In Stuttgart zum Beispiel befinden sich die einzigen US-amerikanischen Oberkommandos (EUCOM & AFRICOM) außerhalb der Staaten, von denen aus alle Einsätze in Europa und Afrika koordiniert werden. Zwar werden hier nicht die Angriffe in Afghanistan abgestimmt, dafür aber alle Bombardements in Libyen und Somalia. Am gravierendsten aber ist die Rolle der Air Base Ramstein bei Kaiserslautern. Diese fungiert als Dreh- und Angelpunkt aller Drohnenkriege weltweit. Sie dient als Relaisstation und leitet sämtliche Videosignale per Satellit zwischen Amerika und den ferngesteuerten Drohnen weiter. Dieser Krieg wird also mitunter von deutschem Boden aus geführt und steht im krassen Gegensatz zu unserem Grundgesetz. Der Stuttgarter Journalist Emran Feroz spricht im überaus lesenswerten Artikel »Töten mit deutscher Hilfe« der Kontext: Wochenzeitung von einer »grausamen Gleichgültigkeit, mit der westliche Zivilgesellschaften die Perversionen der außergerichtlichen Hinrichtungen ignorieren und damit dulden.« Word!

Was aber kann man tun? Jährlich gehen tausende von Menschen auf die Straße und fordern die Schließung der U.S. Air Base Ramstein in der Pfalz. Der Druck wächst und wenn auch ihr Teil der Friedensbewegung sein wollt, dann setzt ein Zeichen und unterstützt die Kampagne von »Stoppt Ramstein«.